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Kita-Mitarbeitende testen ihre Resilienz

Mitarbeitende der Krankenkasse Barmer besuchten die Kita Storchennest und führten einen „Balance-Check“ durch

Auch wenn der Beruf der Erzieherin für alle hier in der neuen DRK-Kita Storchennest in Hassel ein Traumberuf ist, ab und an kann er schon ordentlich stressig sein. Das kann die Mitarbeitenden belasten. Weil ständige Anspannung ungesund ist. Ob die Erzieherinnen in der Lage sind, auch in stressigen Situationen innere Ruhe zu bewahren und wie lange sie brauchen, um wieder zu ihrer Mitte zu finden, darüber kann der „Balance-Check“ Aufschluss geben, den in diesen Tagen zwei Mitarbeitende der Krankenkasse „Barmer“ in der Kita durchführten.

Aber was stresst die Mitarbeitenden überhaupt? Mira Waida, die Leiterin der Kita Storchennest, weiß das gut: „Der Lärmpegel in so einer Kita ist schon recht hoch. Dazu kommt vielfach der Personalmangel. Und es gibt immer mehr verhaltensauffällige Kinder“, spricht sie aus persönlicher Erfahrung aus der Vergangenheit. Denn: „Hier hält sich die Stressbelastung im Rahmen. Weil wir einen guten Zusammenhalt haben im Team.“ Das sei sehr wichtig. Komme es unter den Erzieherinnen und Erziehern untereinander zu Streitigkeiten, sei das ein weiterer Stress-Faktor. „Das gibt es bei uns aber nicht. Im Gegenteil“, sagt Mira Waida und weist auf die Tür zur kleinen Sporthalle.

Ein Mittel gegen den Stress: Zusammenhalt

Durch das Fenster sieht man, eine Mitarbeitende arbeitet mit den älteren Kindern. „Sie hat vorhin spontan gesagt, sie geht mit den Vorschulkindern aus allen Gruppen raus und macht eine Bewegungseinheit. Es ist ganz normal, dass die Kinder zum Ende der Zeit bei uns und mit Blick auf den neuen Lebensabschnitt nervös sind. Da ist es gut und richtig, sie in ihrem Bewegungsdrang abzuholen – und das entlastet die anderen Mitarbeitenden in den jeweiligen Gruppen.“ Bedeutet: Ein effektives Mittel gegen Stress ist in der Kita Storchennest ganz einfach der Zusammenhalt.

Die Selbstwahrnehmung und die tatsächliche Fähigkeit, sich körperlich zu entspannen, können jedoch recht weit auseinanderliegen, erklärt Luise Gawel, Fachkraft für betreutes Gesundheitsmanagement der Barmer. Sie ist angetreten, eine so genannte HRV-Messung durchzuführen, welche die Schwankung der Herzfrequenz misst während einer einminütigen Phase, in der die Testperson entsprechend der Anleitung des Computerprogramms atmen muss. Die erste, die das ausprobiert, ist Felecina Waida. Die Mitarbeiterin der Kita wirkt ganz entspannt. „Und das bin ich auch“, sagt sie und erzählt, sie praktiziere selbst zu Hause Entspannungsübungen. Dann geht es auch schon los. Was die Probandin nicht weiß: Die Atemfrequenz, die der Computer vorgibt, wirkt keinesfalls entspannend. Sie simuliert dem Herzen Stress. Und das macht einen ersten Eindruck zur Fähigkeit, sich körperlich zu entspannen, möglich.

Den richtigen Umgang mit Stress kann man üben

Tatsächlich weicht auch Felecina Waidas Ergebnis ein bisschen von ihrer Selbsteinschätzung ab, erklärt Luise Gawel. Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang jedoch zu wissen, dass die Messung nur die körperliche Fähigkeit zur Entspannung messen kann. Über das seelische Gleichgewicht vermag sie keinerlei Aussage treffen. Schulen könne man beides, erklärt Sascha Janoschke von der Barmer. „Dass wir mal Stress erleben, das können wir nicht verhindern. Aber wir müssen richtig damit umgehen.“

Um hierbei erste Unterstützung zu bieten, hat er eine Broschüre mitgebracht. Sie erklärt anschaulich und mit Anleitungen die wichtigsten Techniken zur Entspannung, vom Yoga bis hin zur ganz einfachen Atemübung, die jeder in wenigen Minuten zu Hause durchführen kann. Und der Barmer-Mitarbeiter ermutigt, diese auch anzugehen. „Ein Tipp für den Anfang: Eine Minute lang die Augen schließen und tief atmen. Das holt einen runter.“ Egal, was man mache, es komme auf die Regelmäßigkeit an, erklären die Fachkräfte. Dann könne man einiges bewirken. In nur vier Wochen sei es möglich, alte, schlechte Verhaltensweisen durch neue, gute ersetzen – vorausgesetzt, man ist wirklich diszipliniert. Kurz aber täglich, das sei ein guter Anfang, meint Sascha Janoschke. „Fünf Minuten am Tag helfen schon sehr.“