· Pressemitteilung

Junge Menschen im Einsatz für den Kinderschutz

Schülerinnen und Schüler der GBM produzieren, unterstützt durch das DRK und die Manuel Neuer Kids Foundation, eine Podcast-Reihe zum Thema

„Einfach ins Mikro sprechen. Keine Scheu“, sagt Chiara Neth, die Aufnahmeleiterin. Lena und Blanca legen los. Sie sprechen heute ihre eigene Folge einer Podcast-Reihe ein, die die Teilnehmenden am Pädagogik-Kursus der Gesamtschule Buer-Mitte in Kooperation mit der Manuel Neuer Kids Foundation und dem DRK Gelsenkirchen erstellen. Ihr heutiges Thema: Kinderrechte. 

„Alle Kinder sind gleich. Egal, wo du herkommst, du hast das Recht, so gut behandelt zu werden wie alle anderen auch“, startet Lena in die Aufnahme. „Und du hast das Recht, gesund aufzuwachsen“, ergänzt Blanca. „Du darfst lernen, egal, ob du ein Junge bist oder ein Mädchen“, sagt Lena. „Diesen Punkt finde ich besonders wichtig“, greift Blanca ganz locker den Faden auf. „Vielleicht denkt man, ach, Schule. Aber es ist gut und wichtig zu lernen. Und du kannst in der Schule Freunde finden.“ Völlig unbeschwert geht das Gespräch der beiden weiter. Sie sitzen nebeneinander, sind einander etwas zugewandt – und damit auch dem ordentlich großen Mikro, das da im Klassenzimmer aufgebaut ist. 

Junge Menschen liefern Denkanstöße 

Im Verlauf sprechen die beiden 15-jährigen verschiedene Aspekte der Rechte von jungen Menschen an, zum Teil mit überraschenden Beispielen. Blanca etwa weist auf das Recht zur Mitbestimmung hin und meint damit zunächst kommunalpolitische Belange. „Ihr könnt euch über Jugendparlamente einbringen und an Projekten mitarbeiten.“ Dann folgt ein anderes Beispiel, das wirklich berührt. Dabei geht es um das Recht, über den eigenen Körper zu bestimmen – auch in scheinbar banalen Fragen. „Mir zum Beispiel wurden, als ich ganz klein war, Ohrlöcher gestochen. Das ist okay. Ich will sie ja haben. Aber ich hätte das gerne selbst entschieden.“, sagt Blanca. Lena ergänzt: „Selbst für sich etwas entscheiden zu können, das stärkt ja auch das Selbstbewusstsein.“ Es ist wirklich beachtlich, wie souverän die beiden ihren Podcast gestalten und damit Denkanstöße liefern – für alle Altersgruppen. 

Wie gut dieses Projekt läuft, das freut alle beteiligten. „Zuerst hatten wir die Idee, selbst einen Podcast aufzunehmen mit einfachen Mitteln. Dann bekam ich den Kontakt zum DRK, wo man über das geeignete Equipment verfügt. Als ich den Schülerinnen und Schülern erzählt habe, dass wir das nutzen dürfen und zudem noch unterstützt werden durch das DRK und die Manuel Neuer Kids Foundation, die uns die Übungsleiterin stellt, waren sie Feuer und Flamme“, erzählt Allegra Goltz, die Lehrerin. „Das war für alle ein Motivationskick.“ Sie beobachte, wie akribisch sich die jungen Leute vorbereiten, wie sehr sie sich bemühen, tolle Inhalte zu bieten. „Ich lerne die Schülerinnen und Schüler dadurch auch von einer ganz neuen Seite kennen.“ 

Die Jugendlichen bringen eigene Erfahrungen ein 

In Kleingruppen haben sich die jungen Menschen auf ein Thema und ihre ganz eigene Folge vorbereitet. Die meisten von ihnen trauen sich auch ans Mikro. Evita und Gabriela, beide 15 Jahre alt, sind noch nicht soweit. Sie machen eine fotografische Dokumentation vom Projekt. „Und wir haben einem anderen Team bei der Recherche geholfen“, sagt Gabriela. Zu welchem Thema? „Alltagsrassismus.“ Ob sie da eigene Erfahrungen gemacht hat? „Ja. Ich werde oft gefragt: Wo kommst du her? Dann sage ich: aus Gelsenkirchen. Dann folgt sofort die Frage: und wirklich?“ Bedeutet: Aus der Lockenpracht der jungen Dame scheinen viele Menschen zu folgern, dass sie nicht gebürtig aus Gelsenkirchen stammt. „Aber es ist doch nicht so wichtig, woher man kommt. Was zählt ist, wie man ist.“ – „Oder wenn du im öffentlichen Raum eine andere Sprache sprichst, dann wirst du von anderen komisch angeschaut. Das erlebe ich oft“, erzählt Evita. 

Auf dem Schulhof sitzen Lisa und Denisa in der Sonne. Sie sprechen alles noch einmal durch. Denn gleich sind sie an der Reihe, ihre Folge aufzunehmen. „Wir sprechen über Gaming und die damit verbundenen Gefahren“, erklärt Denisa. Ob sie von eigenen Erfahrungen berichten? Das bejaht Lisa. „Ich bin in einem Spiel kontaktiert worden von älteren Menschen“, schildert sie ein Erlebnis sexueller Belästigung. „Mir war klar, dass es so etwas gibt. Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass es mir passiert.“ Auch Denisa hat so etwas erlebt. „Ich hatte eine Freundschaftsanfrage über Snapchat erhalten und sie aus Neugier angenommen. Dann hat sich das schlimm entwickelt. Ich habe zum Schluss meinen Account komplett gelöscht.“ Eine konsequente Maßnahme. 

Erste Folgen werden im April veröffentlicht 

Was man noch tun kann, das erklären die beiden 16-Jährigen in ihrem Podcast. „Man sollte immer vorsichtig sein“, sagt Lisa. „Und seinen Eltern oder einer Freundin Bescheid geben, wenn man sich mit jemandem anfreundet“, ergänzt Denisa. Also ein persönliches Sicherheitsnetz einziehen für die Online-Aktivitäten. „Ich wünsche mir nur, dass die Jugend von heute erfährt, was alles möglich ist und dass man besser aufpasst“, beschreibt Lisa, wie sehr ihr das Thema am Herzen liegt und dass sie aus diesem Grunde entschieden hat, ihre persönlichen Erlebnisse mit der Hörerschaft zu teilen. Ein starker und mutiger Schritt, der ganz sicher eine bewegende Folge inhaltlich tragen wird. 

Alle Folgen werden übrigens ab April über die Internetpräsenzen der drei Partner für dieses Projekt abspielbar sein. Dann wird auch die Neugier der Schülerinnen und Schüler gestillt, wie ihre Arbeit da draußen, in der Welt der Podcast-Hörer, ankommt.