Unerwartet kommen sie immer. Das ist bezeichnend für Katastrophenfälle. Wichtig jedoch ist, dass sie uns nicht unvorbereitet treffen. Das Land NRW hat, in enger Zusammenarbeit mit allen Hilfsorganisationen, nun eine Broschüre herausgebracht, die vieles anspricht, die sensibilisiert und hilft, sich vorzubereiten – ohne Angst zu schüren. Das Wichtigste nämlich ist, Ruhe zu bewahren, weiß der erfahrene Katastrophenschützer Thorsten von der Fecht vom DRK Gelsenkirchen, der mit vielen anderen Vertretern der Organisationen in der Kampagne #bereitwienie vom NRW-Innenministerium einbezogen wurde.
„Minister Herbert Reul liegt der Katastrophenschutz sehr am Herzen. Er hatte vor gut zwei Jahren bereits eine erste Kampagne ins Leben gerufen, die das Ziel hatte, mehr Menschen ehrenamtlich in den Katastrophenschutz einzubinden“, so Thorsten von der Fecht, der der offizielle Kampagnen-Influencer vom DRK Landesverband Westfalen-Lippe ist. „Jetzt folgt die Kampagne: Bereit wie nie. Sie ist erweitert um den Aspekt, auch die Bevölkerung zu informieren, was im Notfall zu tun ist.“ Hilfe zur Selbsthilfe, also. Und dabei habe man vor allem die sich wandelnde Umwelt in der Folge des Klimawandels im Sinn.
Einfache Schritte für komplexe Szenarien
Die Broschüre, die eigentlich jeder einmal gelesen und zu Hause haben sollte, erklärt in einfachen Schritten Verhaltensweisen bei komplexen Szenarien. Sie beginnt ihre Erklärungen bei den Warntönen der Sirenen, der Empfehlung, eine Warn-App zu nutzen und der Erläuterung, dass man natürlich auch ohne eine solche über den „Cell Broadcast“ gewarnt wird. Für den Fall, dass man seine eigenen vier Wände verlassen muss, wird hier über eine Liste erklärt, was man dann mitnehmen sollte.
Da es wahrscheinlicher ist, man bleibt zu Hause und muss sich für einige Stunden oder Tage selbst helfen, wird zudem erklärt, was man immer auf Vorrat haben sollte – vom Trinkwasser bis zur Konserve. Thorsten von der Fecht hat, als Botschafter des Katastrophenschutzes, noch ein paar gute Tipps. Zum Beispiel: „Wenn der Strom ausfallen sollte, ist es sinnvoll, zuerst zu essen, was man im Gefrierfach hat. Denn das taut ab und der Inhalt wird schnell schlecht.“ Eingelagerte Konserven hingegen halten sich länger.
Die Broschüre behandelt viele Szenarien, vom Sturm über heftige Gewitter und Hochwasser bis hin zu einem Tornado. Der könne nämlich, so die Info, sehr wohl auch in Deutschland vorkommen. Eine Krise, die in den vergangenen Jahren bereits flächendeckend die Menschen plagte, ist eine Periode unglaublicher Hitze. Auch sie birgt Gefahren und erfordert richtiges Handeln. Beim Thema Feuer erhalten Leserinnen und Leser lebenswichtige Tipps wie den, im Falle eines Brandes auf allen Vieren Haus oder Wohnung zu verlassen. Rauch und giftige Gase nämlich steigen zunächst auf. Natürlich wird auch erklärt, was bei einem Stromausfall zu tun ist. Hier gibt es eine hilfreiche Liste mit Verhaltensregeln.
Künftig sollen auch Vorträge zum Thema informieren
Insgesamt, das ist Thorsten von der Fecht ganz wichtig, wolle man keinem Menschen Angst machen. Hilfsorganisationen wie das DRK Gelsenkirchen seien bei allen Notfällen natürlich im Einsatz und für die Menschen da. Alle Einwohner der Stadt mit dem Nötigsten zu versorgen, das könne man aber natürlich nicht leisten. Katastrophenschutz, das sei auch Selbstschutz. Um diese Botschaft zu den Menschen zu bringen, legt er in diesen Tagen die Broschüre des Landes an wichtigen Punkten in der Stadt aus, angefangen mit den Bürger-Centern. Künftig will er auch über Vorträge Menschen informieren. Dieses kann auf Anfrage geschehen.
Link zur Broschüre: http://selbstschutztipps.drk-ge.de/
Wer sich ehrenamtlich in den Katastrophenschutz einbringen möchte, kann sich bei Frank Richter melden und informieren. Kontakt: Frank.Richter@drk-ge.de.


