· Pressemitteilung

Ein Rotkreuzler vom Herzen her

Mike Sternkopf wirkte über Jahrzehnte in führenden Positionen nachhaltig und prägend im Kreisverband und Landesverband. Ein Nachruf

„Was Mike Sternkopf ausgezeichnet hat, ist, dass er die Grundsätze des Roten Kreuzes gelebt hat“, sagt Johannes Heinrich, Geschäftsführer des Kreisverbandes Gelsenkirchen. „Er ist anderen immer auf Augenhöhe begegnet und hatte eine den Menschen sehr zugewandte Art.“ Diese habe auch dazu geführt, dass er schon in jungen Jahren sehr hohe Positionen im Roten Kreuz bekleidete. „Das erreichen nur Menschen, die eine große sachliche Kompetenz mit einer persönlichen vereinen.“ Umso mehr schmerze der Verlust des langjährigen Weggefährten, der in diesen Tagen verstarb.

Wie kaum ein anderer, erinnert sich auch Christian Deinert, Vorsitzender des Vorstandes des DRK Gelsenkirchen, habe Mike Sternkopf „seinen“ Kreisverband geprägt. Weil er da war, wenn Not am Mann war. „In unserer größten Krise hat er sich bereit erklärt, als Notvorstand zu übernehmen. Und in dieser Zeit hat er Johannes Heinrich, Stephan Wnuck und mich angeworben für die Vorstandsarbeit. Johannes Heinrich ist dann später in das Amt des Geschäftsführers gewechselt. Aber auch nach so vielen Jahren noch leiten jene den Kreisverband, die Mike Sternkopf damals ausgewählt hatte. Auch daran sieht man, dass er ein Gespür für Menschen hatte. Und wir waren alle drei zuvor in keinster Weise ambitioniert. Wir waren ganz normale Ehrenamtliche.“

Mike Sternkopf brachte sich auf vielen Ebenen ein

Eine Erinnerung, die mit Johannes Heinrich viele teilen ist, wie sehr Mike Sternkopf sich stets einbrachte: „Er war Handwerker und hat sich bei handwerklichen Arbeiten immer tatkräftig eingebracht. Er hat zum Beispiel die Küche in der Kaserne mitgebaut und hier am Kreisverband das Dach der Fahrzeughalle. Mike Sternkopf hat auf jeder Ebene mitgestaltet. Das hat ihn ausgezeichnet.“ Manch einer im Roten Kreuz denkt auch an die zahlreichen Einsätze des Rotkreuzlers als Feldkoch. „Ich kann mich gut erinnern, wie er bei Übungen an der Feldküche stand und mit der großen Kelle den Eintopf rührte und, quasi nebenbei, für alle immer ansprechbar war.“

Ein Bild, das auch Thorsten von der Fecht, stellvertretender Kreisrotkreuzleiter in Gelsenkirchen, noch vor Augen hat. „Ich kenne ihn aus der Anfangszeit, als er in der Rotkreuz-Gemeinschaft in Resse war. Da war er im Katastrophenschutz verpflichtet, statt zur Bundeswehr zu gehen.“ Bald darauf sei Sternkopf verstärkt im Kreisverband aktiv gewesen. „Insgesamt aber erinnere ich mich, dass Mike Sternkopf immer aufgefallen ist durch seine Weitsicht und sein bedingungsloses Engagement. Er war immer da. Er hat die Rotkreuz-Gemeinschaft geliebt und gelebt.“

„Im Bezirk Münsterland war er nicht wegzudenken“

Mit jungen 17 Jahren war Mike Sternkopf zur Gemeinschaft in Resse gekommen. „Wie ein Schwamm“, heißt es in einer Beschreibung des Landesverbandes, habe er Ausbildungsangebote wahrgenommen und Wissen aufgesogen. „Und sich immer auch praktisch eingebracht mit seinen vielen Fähigkeiten“, erzählt Christian Schuh, Abteilungsleiter Nationale Hilfsgesellschaft im Landesverband. All sein Können, seine Talente habe Mike Sternkopf gerne und verbindlich in den Dienst der guten Sache gestellt. „Er war lange Bezirksrotkreuzleiter und hat in dieser Funktion in die Kreisverbände hinein gewirkt. Er war Ansprechpartner, erfahrener Berater, Coach für jüngere Mitarbeitende – und Freund. Im Bezirk Münsterland war er nicht wegzudenken. Er hatte die Fähigkeit, Menschen zu entwickeln, sie zu unterstützen auf ihrem Weg. Das hat er besonders verstanden. Wir haben viele Mitarbeitende, die sich großartig einbringen. Aber Mike Sternkopf war besonders.“

Der Gelsenkirchener war für den Landesverband wie auch für seinen Kreisverband ein echter Glücksfall, das betont auch Johannes Heinrich noch einmal. Der charismatische Macher habe die Geschicke vor Ort nachhaltig geprägt. „Er hat einen großen Anteil am Roten Kreuz in Gelsenkirchen, so wie es heute existiert.“ Mike Sternkopfs Engagement und Einsatz wirken somit auch über seinen Tod hinaus und werden unvergessen bleiben.

Ausgewählte Stationen im DRK:

- Bezirksrotkreuzleiter von 2008 bis 2023

- Mitglied des Vorstands KV Gelsenkirchen von 1998 bis 2008

- Mitglied des Bundesausschusses Wasserwacht von 2010 bis 2023

- Kreisrotkreuzleiter KV Gelsenkirchen von 2000 bis 2008 und 2013 bis 2014

- Disziplinarvorgesetzter RKG Gelsenkirchen von 2000 bis 2008

- Einsatzabteilung Westfalen Sachgebietsleiter Lage von 2008 bis 2017

- Beiratsmitglied BBS von 2013 bis 2025

2005 erhielt er die Verdienstmedaille des Landesverbandes Westfalen-Lippe