Dorthin, wo die Menschen sind, geht das DRK Gelsenkirchen im Rahmen seiner vielschichtigen Tätigkeiten täglich. Diese Vorhaben waren dennoch etwas Besonderes: Mit zahlreichen Mitarbeitenden zeigte man zum Weltrotkreuztag auf gleich zwei Märkten Gesicht – erst auf dem Feierabendmarkt in Horst, dann, am nächsten Tag, auf dem buerschen Wochenmarkt. Beide Aktionen waren ein voller Erfolg und ermöglichten viele Gespräche, die es ohne diese Aktionen nie gegeben hätte.
Unter dem bewährten Motto „Kein kalter Kaffee“ war man schon seit dem frühen Morgen am Weltrotkreuztag vor den eigenen Einrichtungen präsent gewesen und hatte Passanten einfach mal zum Kaffee eingeladen und zum Gespräch über das Rote Kreuz, über dessen Angebote, über dessen Geschichte und Werte und über die vielen Möglichkeiten, sich selbst einzubringen. Vor dem Beratungsstandort gleich neben der Hasseler Lukaskirche etwa waren die beiden Mitarbeitenden der Migrationsberatung für Erwachsene, Zülal Ciftci und Christian Bilke, aus ihrem Büro herausgekommen und hatten sich mit reichlich Kaffee vor der Türe positioniert.
Mit Erfolg: „Wir haben viele lockere Gespräche geführt mit den Menschen“, so die Sozialpädagogin, die begeistert war von der Aktion. „Über diese neue Gesprächsatmosphäre konnten wir die Leute ganz anders erreichen. Hier draußen sind wir viel präsenter. Viele Menschen wissen gar nicht, dass wir hier in Hassel vor Ort sind. Deswegen haben wir für uns schon entschieden, gerade jetzt, wenn im Sommer das Wetter schön ist, gehen wir öfter einmal einfach raus vor die Türe und stellen uns und unser Angebot vor.“
Erste-Hilfe-Leistungen inklusive
Auf viel Interesse und offene Ohren stießen auch jene Mitarbeitenden, die ab dem frühen Nachmittag auf dem Horster Feierabendmarkt waren, um am Stand des DRK Gelsenkirchen und auf der ganzen Veranstaltungsfläche vor der Kirche St. Hippolytus mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Hier wurde besonders deutlich, dass die Öffentlichkeit das Rote Kreuz fast ausschließlich mit Blaulicht-Themen verknüpft und die anderen Schaffensbereiche, von der Quartiersarbeit bis zur Wohlfahrtspflege, gar nicht kennen. Ob Menüservice, Hausnotruf oder Fahrdienst, alles wurde nachgefragt und die mitgebrachten Helferlein, von der Rotkreuzdose bis zum Anti-Stress-Ball, wurden gern mitgenommen.
Wie gut es ist, dass es das Rote Kreuz gibt, wurde an beiden Veranstaltungstagen deutlich: Auf beiden Märkten wurden die Mitarbeitenden auch zu Ersthelfern, verbanden böse Schnittverletzungen oder leisteten in einem Fall auch weitergehenden Hilfe. „In diesem Bereich erleben wir bei den Menschen keinerlei Hemmschwelle“, freute sich Johannes Heinrich, Geschäftsführer des DRK Kreisverbandes Gelsenkirchen. „Die Menschen sehen das Rote Kreuz und wissen, hier bekomme ich Hilfe.“
Was bleibt: Ein positives Fazit und der Wille, die Aktion bald zu wiederholen
Insgesamt zog er ein sehr positives Fazit: „Beide Marktbesuche waren sehr gelungen. Es war interessant, welche Themen die Menschen wirklich beschäftigen. Manche kamen mit einem ganz konkreten Anliegen an unseren Stand. Und alle waren überrascht, wie umfangreich unsere Angebote sind. Oft haben die Menschen ein Problem und wissen, dass sie Hilfe benötigen, wissen jedoch nicht, wie sie diese finden. “ Besonders gut sei übrigens vor allem am frühen Samstagmorgen der Kaffee angekommen, den die Mitarbeitenden zuerst an alle Markthändler ausschenkten, bevor man später auch in Buer unzählige Passanten zum Kaffee einlud. „Viele Leute waren erst einmal skeptisch – weil man nicht erwartet, wenn man zum Einkauf auf den Markt geht, zum Kaffee eingeladen zu werden. Einfach so. Ohne Erwartungen.“
In jedem Fall, das stand schon am Samstagmittag fest, will man solche Aktionen künftig häufiger durchführen, öfter ganz niederschwellig ansprechbar sein für die Menschen und sich auch ganz persönlich den Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchenern vorstellen, damit es künftig zum so bekannten Symbol des Roten Kreuzes auch Gesichter gibt, die die Leute kennen und auf die sie gern zugehen, wenn sie Hilfe benötigen. „Diese Aktion schafft den Raum für ein gutes Miteinander und viele nette Gespräche“, so Heinrich.


