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DRK nahm am Fackellauf nach Solferino teil

Die Aktion erinnert im Vorfeld des 24. Juni an die Ursprünge der Rotkreuz-Bewegung

So klein das Feuer in der stählernen Fackel auch ist, welches gerade am Katastrophenschutzzentrum ankommt, so groß ist seine Bedeutung für alle Rot-Kreuz-Gemeinschaften: Es ist das „Licht der Hoffnung und Menschlichkeit“, das seit 1992 im Rahmen eines Fackellaufes ins italienische Solferino gebracht wird – dem Ort, wo die Geschichte des Roten Kreuzes einst ihren Anfang nahm. Zum vierten Mal nahm auch das DRK Gelsenkirchen an dem Fackellauf teil.

An der Erzbahntrasse hatten die 13 Mitglieder, die mit dem Rad die ganze Strecke durch die Stadt absolvierten, die Fackel vom Jugendrotkreuz in Herne übernommen. Danach fuhren sie gemeinsam 39,27 Kilometer durch Gelsenkirchen und zu vielen wichtigen DRK-Standorten. An den drei eigenen Kitas, Sonneninsel in Ückendorf, Waldscheune in Resse und Storchennest in Hassel, wurde das Licht für die Kinder hinterlassen. „Dort haben wir Fackeln entzündet, die die Kinder nach dem Wochenende vorfinden werden. Darüber wundern sie sich bestimmt und dann sprechen die Mitarbeitenden mit ihnen über die Bedeutung dieses Lichts“, so Johannes Heinrich, Kreisgeschäftsführer des DRK Gelsenkirchen, der selbst auch den ganzen Tag auf dem Rad unterwegs war. Bis zum 24. Juni, erklärt er noch, werde das Licht in allen Kitas brennen.

Alles beginnt einst mit der Hilfsbereitschaft von Henry Dunant

Auf diese Weise wird bis zum Jahrestag der Schlacht von Solferino, eine der blutigsten Auseinandersetzungen des 19. Jahrhunderts, an die Ursprünge der Rotkreuz-Bewegung erinnert. Jene beginnt mit dem Mitgefühl und der Hilfsbereitschaft eines einzelnen Mannes: dem Schweizer Kaufmann Henry Dunant. Er wird Zeuge des Grauens, sieht das Leid tausender Verwundeter, die unversorgt bleiben. Unterstützt durch die Dorfbewohner organisiert er Hilfe – für jeden, ohne Ansehen der Person und, noch wichtiger im Kriegsgeschehen, der Nationalität.

Seine Erlebnisse bringt Henry Dunant später zu Papier, was 1863 zur Gründung der Rotkreuzbewegung führte und zur ersten Genfer Konvention. Aus dieser Idee, Verwundeten Soldaten die notwendige Hilfe zukommen zu lassen, entwickelt sich mit den Jahrzehnten ein breites Schaffensfeld. Die Ideale von einst jedoch bleiben stets die Basis des Handelns und der Kitt, der alle Rotkreuzgemeinschaften weltweit vereint.

Unterwegs mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen

Eine Geschichte, die kaum jemand kennt, weiß Johannes Heinrich. „Wir sind an vielen Orten mit den Menschen ins Gespräch gekommen. Auch Männer, die eigentlich gerade auf Vaterstags-Tour waren, zeigten sich interessiert an dem, was wir da machen.“ So erlebte es auch Frank Richter, Mitglied der Fahrradstaffel des DRK Gelsenkirchen. „Es hat richtig Spaß gemacht“, findet er und verrät doch, bei weniger nassem Wetter hätte die Tour noch schöner sein können. „Wir sind an vielen Orten angesprochen worden. Es war toll zu erleben, dass wir Aufsehen erregen, sobald wir in einem anderen Kontext unterwegs sind als mit Blaulicht. Es freut uns sehr, wenn die Menschen Fragen stellen und die Hintergründe des Roten Kreuzes kennenlernen.“

Am späten Nachmittag brachte die Motorradstaffel die Fackel zum DRK Kirchhellen, wo sie von der benachbarten Rotkreuz-Gemeinschaft schon erwartet wurde.