· Pressemitteilung

DRK Gelsenkirchen ehrt Blutspender

Zahlreiche Lebensretter waren zum Festakt in den Nordsternturm geladen

„Sie sind diejenigen, die nicht viele Worte machen, sondern handeln. Sie sind Lebensretter“, begrüßt Erwin Mingo vom DRK Gelsenkirchen die Gäste des Abends. Sie alle sind geladen, weil sie regelmäßig ihr Blut spenden und ein persönliches Jubiläum verzeichnen. Etliche haben 25 oder 50 Mal gespendet, einige 75 Mal. Ein paar Jubilare sind der Einladung gefolgt, weil sie es sogar auf einhundert Blutspenden gebracht haben.

Ein einziger, Torsten Scheibenzuber, hat in seinem Leben schon über 150 Mal Blut gespendet. Das sind beeindruckende 75 Liter, die er zur Verfügung stellte, um bis zu 450 Menschen zu helfen, ihnen vielleicht sogar das Leben zu retten. „Ich habe mit 19 Jahren angefangen“, erzählt er und weiß gar nicht mehr, was ihn damals bewog. „An eine Initialzündung kann ich mich nicht erinnern.“ Es sei eben eine sehr einfache Weise, anderen Menschen zu helfen. „Ich bin gesund. Aber vielleicht bin auch ich irgendwann darauf angewiesen, dass jemand für mich spendet.“ Um es auf so viele Spenden (und bestimmt noch viele mehr) zu bringen, müsse man schon viel Einsatz zeigen. „Im Berger Feld kann man einmal im Monat spenden. Das funktioniert gut“, erzählt er. Auch, dass er, wenn er mal durch eine Erkrankung verhindert sei, den Termin alsbald nachhole – wenn nötig in einer der Nachbarstädte.

Ein Botschafter für die Blutspende

Torsten Scheibenzuber spendet nicht nur selbst, er animiert auch andere dazu. Seine Kinder, erzählt er, habe er bereits motivieren können. Vor einigen Jahren sogar seine Arbeitskollegen in der Sparkasse Gelsenkirchen. „Dafür habe ich mich ans DRK gewandt und um einen Termin vor Ort gebeten.“ Mit großem Erfolg. „85 Kolleginnen und Kollegen haben mitgemacht, 50 davon waren Erstspender. Das hat uns so begeistert, dass wir das jetzt einmal im Jahr machen.“ Warum ihm die Blutspende derart am Herzen liegt? „Wenn ich selbst gespendet habe, habe ich das schöne Gefühl, etwas Gutes für andere getan zu haben.“

So sieht es auch Ursula Finkener, der heute für 50 Blutspenden gedankt wird. „Die Blutspende ist etwas, wo man auf einfachste Art etwas Gutes tun kann“, erzählt sie, die schon als Studentin die erste Spende leistete. „Ich fand das damals irgendwie normal.“ Später sei sie gemeinsam mit ihrer Freundin zu den Terminen gegangen. „Wir haben das immer so abgepasst, dass wir dann beim DRK gemeinsam zu Abend essen konnten“, sagt sie, lacht und schwärmt von den vielen Leckereien, die die ehrenamtlich mitarbeitenden Frauen zubereiten und anbieten.

Dringend gesucht: Regelmäßige Spender

Viel mehr solch engagierter Blutspender regelmäßig begrüßen zu dürfen, das wäre der große Wunsch von Markus Schmid, Referent für Spendeorganisation im nördlichen Ruhrgebiet beim Blutspendedienst West. „Die Demografie schlägt bei uns voll ein. Wir spüren, dass immer weniger Spender regelmäßig kommen.“ Wenn die Not groß sei und die Hilferufe laut, dann kämen die Menschen, erzählt er. Jedoch müsse eben auch der tägliche Bedarf gesichert sein. Dass jener in den vergangenen Jahren stetig sinke, entspanne die Lage nur gering. Auch wenn sich Operationstechniken verändert haben und viele Eingriffe immer unblutiger werden, eine gewisse Anzahl an Konserven müsse man einfach immer vorrätig haben. Und die seien eben auch nicht lange haltbar.

Umso wichtiger ist, das wird am heutigen Abend immer wieder betont, der Einsatz der Anwesenden, die in stimmungsvoller Kulisse ausgezeichnet werden mit einer Ehrennadel. Sie sitzen gleich neben den historischen Seilscheiben der Zeche Nordstern auf der 11. Etage des Nordsternturms. Nicht ganz unpassend ist dieser Ort, den nutzen zu dürfen man Dr. Marie Mense von der Nordsternturm GmbH verdanke. Im 75. Jahr des Bestehens des Blutspendedienstes wird so ganz nebenbei an dessen Ursprünge erinnert. Denn in der Folge des Grubenunglücks auf der Gelsenkirchener Zeche Dahlbusch hatte im Februar 1952 der deutschlandweit erste professionelle Blutspendetermin in der Stadt an Emscher und Kanal stattgefunden.

Einmal im Jahr wird den Spende-Jubilaren gedankt

„Ich bin glücklich und dankbar, dass all diejenigen, die so nachhaltig gespendet haben, mir heute den Anlass geben, hier zu feiern“, betont auch Christian Deinert, Vorsitzender des Vorstandes des DRK Kreisverbandes Gelsenkirchen, wie wichtig dieses Engagement ist – damals wie heute. „Ich bin sehr beeindruckt von den Menschen, die schon einhundert Mal und öfter gespendet haben.“ Daher sei es auch wichtig, den Spende-Jubilaren zu danken. Das tue das DRK Gelsenkirchen in aller Regel einmal im Jahr. Wohin er beim nächsten Mal einladen werde, das weiß Christian Deinert bereits ganz genau: „In die dann frisch renovierten Räume des Kreisverbandes in Schalke-Nord.“